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Die Fränkische Schweiz ist geprägt durch die Kalkfelsen des Weißen Jura (Malm).Es handelt sich um eine typische Karstlandschaft
mit tief eingeschnittenen Flusstälern und trockenen, kargen Hochflächen. In den geschichteten Kalksteinen werden viele
Fossilien gefunden, besonders Ammoniten.
Der Markt Heiligenstadt liegt in der südöstlichen Ecke des Landkreises Bamberg. Die Gemeindeteile liegen entlang dem Tal der
Leinleiter und auf der angrenzenden Jurahochfläche. Veilbronn liegt 329 m über dem Meeresspiegel. Die Dörfer auf den Anhöhen
von Volkmannsreuth bis Teuchatz gehören zur Langen Meile. Mit dem Seigelstein schließt sich bei Lindach der Nordjura an. Die
Bergdörfer östlich der Leinleiter zählen zum Aufseßer Gebirge.
Trockentäler sind durch Wassererrosion geschaffene Täler, die nur noch über temporäre oder gar keine Fließgewässer mehr verfügen.
Hauptgrund für das Fehlen des Wassers sind Änderungen des Klimas, vor allem zunehmende Trockenheit. Zwei Prozesse führen zur
Bildung dieser Täler: Der Karst und die Bildung periglazialer Täler.
Der Name Karst stammt von der Landschaft "Kras" in Slowenien. Es handelt sich dabei um ein ausgedehntes Karstgebiet mit
typischem Erscheinungsbild. Das slowenische Wort "Kras", kroatisch "Krš", bedeutet "dünner Boden". Der deutsche Name Karst für
diese Region hat sich als allgemeine Bezeichnung für solche Landschaftsformen international etabliert. Für die besonderen
Merkmale des Karstes haben sich jedoch die slowenischen und kroatischen Bezeichnungen durchgesetzt: dolina, polje und ponor.
Unter Karst versteht man in der Geologie und Geomorphologie Landformen, die vorwiegend durch Lösungs- und Kohlensäureverwitterung
entstanden sind. Voraussetzungen für Karstlandschaften sind daher für die Lösungsverwitterung anfälliges Gestein und Wasser.
Typischerweise bilden sich Karstlandschaften, oder kurz Karst, auf anstehendem Kalkstein bei humidem Klima aus. Typische
Merkmale einer Karstlandschaft sind zerklüftete Felsen, Einsturztrichter und Höhlen.
In tropischen Regionen ist der Kegel- oder Turmkarst mit seinen steil aufragenden Bergkuppen verbreitet (z. B. in Südost-China).
Die Wiederausfällung des Kalziumkarbonats als Travertin oder Tropfstein wird ebenfalls dem Karstphänomenen zugerechnet.
Karstgebiete zeichnen sich durch einen Untergrund aus Gips oder Kalkstein aus. Dieses Gestein wird durch Kohlensäure gelöst,
die sich durch Lösung von Kohlendioxid in Wasser bildet.
Die Oberfläche des Gesteins wird ausgewaschen und langsam abgetragen. An Hängen bilden sich Furchen und Rinnen, in denen das
Wasser abfließt, die so genannten Karren. Im porösen Gestein versickert das Wasser und frisst Gänge und größere Hohlräume
hinein, so dass sich Höhlen bilden. Stürzen solche Hohlräume ein, so dass sich eine trichterförmige Senke ergibt, so spricht
man von einer Doline. Größere Senken von einigen Quadratkilometern Grundfläche werden Polje genannt. Sie entstehen durch
Einschwemmung feinkörniger Sedimente, die den Boden der Polje abdichten und vor der weiteren Verwitterung schützen. Abfließendes
Wasser verschwindet oft an den Rändern der Polje in einem Schluckloch (Ponor), um unterirdisch weiterzufließen und an einer
anderen Stelle wieder aus einer Karstquelle zu Tage zu treten.
Die Unterirdische Entwässerung ist ein Charakteristikum des Karstes, so dass Trockentäler zum Formenschatz des Karstes gezählt
werden. Durch meist großräumige tektonische Bewegungen wird wasserlösliches Gestein wie Kalkstein, Gips oder Salz angehoben
und gelangt in den Bereich des Grundwassers bzw. direkt an die Erdoberfläche. Die Entwässerung erfolgt zuerst grundsätzlich
oberirdisch. Durch die Löslichkeit dieser Gesteine und das Eindringen des Wassers an vorhandenen Klüften, kommt es auch im
Untergrund zur Lösung und damit zur Bildung von Höhlen. Tieft sich der Vorfluter ein, wird der Grundwasserspiegel ebenfalls
tiefer gelegt.
Es kommt zur zunehmenden Verlagerung der Entwässerung in den Untergrund. Zuerst nimmt die Wassermenge im Fluss ab. Ist dann
das Höhlensystem groß genug, um den Fluss die meiste Zeit des Jahres vollständig aufzunehmen, wird nur bei Hochwasserereignissen
und Schneeschmelze das Flussbett reaktiviert. (Beispiel: Donauversickerung, Loneversickerung). Schließlich verlagert sich der
Fluss vollständig in den Untergrund, die ehemaligen Flusstäler sind ganzjährig trocken, das Karstgebiet besitzt keine
fließenden oder stehenden Gewässer mehr.
Tummler oder Tümmler ist die fränkische Bezeichnung für periodisch schüttende Karstquellen. Andere Bezeichnungen sind 'Horschel'
oder 'Geudel' (bei Aufseß und Dürrbrunn), regional auch 'Bröller' oder 'Brutzler'. Bei allen diesen Begriffen handelt es sich
um Quellen, die in der trockenen Jahreszeit versiegen und nach besonders starken Regenfällen oder bei der Schneeschmelze
schütten. Eine weitere Bezeichnung, 'Hungerbrunnen' geht auf den Volksglauben zurück, dass in Jahren, in denen sich besonders
selten schüttende Quellen zeigen, Missernten und Hungersnöte folgen. Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass in besonders
niederschlagsreichen Jahren die Feldfrüchte verderben können. Ein Kennzeichen der Tummler ist es, dass Wasser in einer Fontäne
zu Tage tritt und Überschwemmungen verursacht.
Die bekanntesten Tummler befinden sich oberhalb der Heroldsmühle im Trockental, Richtung Laibarös in der fränkischen Schweiz.
Unterhalb von Laibarös, am Dolletsberg, befand sich ebenfalls eine, heute trockengefallene, Karstquelle. Der stärkste Tummler
sprudelte bei Kotzendorf und schoss bis zu sieben Meter in die Höhe. Er wurde aber im Jahr 1937 aber beim Bau der Wasserleitung
kanalisiert.
Eine Karstquelle ist eine Quelle, die Teil eines Karstsystems ist. Dazu gehört die unterirdische Entwässerung eines größeren
Gebietes, was dazu führt, dass Karstquellen häufig sehr große Schüttung haben. Karstquellen sind in der Regel das Ende eines
Höhlensystems, an dem ein Höhlenfluss die Erdoberfläche erreicht. So ist es häufig möglich, an der Karstquelle dieses
Höhlensystem zu betreten und zu erforschen. Die wichtigste Besonderheit von Karstquellen folgt aus der Tatsache, dass Höhlen
das Wasser schnell weiterleiten. So kommt es zu minimaler Reinigung des Wassers und zu geringem Ausgleich unterschiedlicher
Schüttung. Das Wasser tritt bereits nach wenigen Tagen an der Quelle wieder aus. Unwetter, Schneeschmelze und allgemein
jahreszeitliche Änderungen der Niederschlagsmenge sind an der Quelle deutlich abzulesen. Viele Karstquellen fallen im
trockensten Teil des Jahres trocken, man spricht dann von intermittierenden Quellen. Wieder andere sind die meiste Zeit des
Jahres trocken und schütten nur nach starken Niederschlägen.
Quellen, die nur in nassen Jahren schütten, werden häufig Hungerbrunnen genannt, was daran liegt, dass der Volksmund einen
Zusammenhang zwischen dem Schütten der Quelle und einem schlechten Ertrag sieht. Es handelt sich dabei jedoch eher um einen
kulturell bedingten Aberglauben. Wissenschaftliche Untersuchungen an verschiedenen Hungerbrunnen konnten einen derartigen
Zusammenhang nicht nachweisen. Als Beispiel lässt sich der Hungerbrunnen bei Heldenfingen nennen. Die Bevölkerung glaubt, dass
es ein böses Omen ist, wenn die Quelle zu sprudeln beginnt. Die Eigenschaften der Karstquellen sind für die Trinkwasserversorgung
denkbar ungeeignet. Ungleichmäßige Schüttung steht einem gleichmäßigen Verbrauch gegenüber, ja sogar niedrige Schüttung im
Sommer einem erhöhten Bedarf. Geringe Reinigungswirkung und die hohe Härte führen zudem immer wieder zu schlechter Wasserqualität.
Aus diesen Gründen werden Karstquellen heute kaum noch für die Trinkwasserversorgung genutzt. |